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Tag 8: Badwildbadbachrauschen

Das Bad Wildbader Bachrauschen ist wirklich einmalig.

Für 50 % der Bewohner (diejenigen, deren Zimmer in Richtung Vorderseite liegt) ist dieser Soundteppich 24 Stunden am Tag zu hören. Nur hin und wieder vom Klingeln der Straßenbahn übertönt, deren Endhaltestelle direkt (und ich meine wirklich DIREKT) vor dem Haus liegt (was etwa alle dreißig Minuten der Fall ist).

Aber für Großstadtbewohner ist sicher eher der Bach der Alptraum schlafloser Nächte. Und auch ich konnte – entgegen meiner Gewohnheit – die ersten drei Tage nicht bei offenem Fenster schlafen. Irgendwie habe ich mich inzwischen jedoch an diese Geräuschkulisse gewöhnt. Ist ja auch eher ein Luxusproblem.


Ansonsten steht unmittelbar vor Ostern dem Quellenhof gespenstische Ruhe bevor, da ein Großteil der Bewohner für ein paar Tage den Weg nach Hause antritt. Und so stehen auch mir (und damit diesem Blog) ein paar ruhige Tage bevor.

Dann bis Dienstag, genießt ein schönes Wochenende, wo immer ihr auch seid …

Tag 5: Disharmonie – 1. Akt

Es sieht ganz danach aus, als würde es diesmal nur ein kurzer und wenig erfreulicher Aufenthalt im „Quellenhof“.

Nach meinem heutigen Gespräch mit der leitenden Oberärztin musste ich mir u. a. folgende Belehrung anhören:

„Massagen oder mehr als zwei Krankengymnastiktermine pro Woche gibt es nicht. Wir sind hier eine neurologische und keine orthopädische Klinik.“

Mit anderen Worten: Das ich mir nun im Januar eine Bizepssehnenruptur zugezogen habe, ist eben dumm gelaufen. Das mir allerdings auf meine telefonische Nachfrage VOR meinen Reha-Antritt, ob die postoperative Behandlung, um die volle Funktionsfähigkeit meines linken Armes wieder herzustellen, ebenfalls im Quellenhof stattfinden könne, mit einem klaren „Natürlich“ beantwortet wurde, ist nun also reine Makulatur. Die Realität stellt sich bei der Kommunikation mit genannter Ärztin doch gänzlich anders dar.

Leider.

Heute ist es genau eine Woche, die ich hier bin und darf unfreiwillig meinen vierten (!) freien Nachmittag genießen.

Dies wäre an sich wunderbar, wenn ich zum Urlaub in Bad Wildbad weilen würde. Stattdessen habe ich mir jedoch klare Therapieziele gesetzt und diese auch bereits zu Beginn unmissverständlich formuliert.

Schade, dass man auf diese Bedürfnisse nicht eingeht. da liest sich die Aussage, die ich einer Werbeanzeige des Quellenhofes entnommen habe, gleich ganz anders: „Ein auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmtes Therapieprogram“

Schön wär´s.

Tag 3: Von Reha zur Wellness

Nachdem der Tag zunächst ohne besondere Vorkommnisse zu verlaufen schien, hielt ich es für angebracht, den Beginn des Nachmittages zu nutzen, um ein ausgedehnten Heimat-Wochenendurlaub bei der für Station 1 zuständigen Ärztin zu beantragen.

Die erste Reaktion: „Des wird hier aber net so gern g´sehn.“

Klar, dafür aber von meiner Familie umso mehr.

Wir einigten uns auf einen annehmbaren Kompromiss und ich konnte mich sodann an meinem freien Nachmittag aufmachen, um den gegenüberliegenden Wellness-Tempel zu erkunden und diverse Saunagänge zu genießen.

Und schließlich ist Donnerstags im Kurpark-Restaurant nach wie vor Pizzatag …

Tag 2: Blutiger Mittwoch

Jetzt wird es Ernst: Es ist kurz vor sieben Uhr morgens und ich stehe (bzw. sitze) in einer langen Schlange vor dem Schwesternzimmer von Station 5, in dem ein Pfleger darauf wartet, mir Blut abzunehmen, nachdem ich ihn mit einem Becher Urinprobe erfreut habe. Das alles natürlich nüchtern.

Das habe ich jetzt davon.

Wird gar nicht so einfach sein, eine geeignete Einstichstelle zu finden, nachdem mittlerweile beide Armbeugen eine beeindruckende Narbe ziert.

Aber wer will schon derartige medizinisch-unappetitliche Details wissen?

Tag 1: Die Ankunft

Los gehts: An einem herrlichen Frühlingstag machte ich mich auf  den Weg zu meiner zweiten Reha in den Quellenhof.

Nach eineinhalb Stunden durch den wunderschönen Schwarzwald erschien ich diesmal nur geringfügig verspätet in Bad Wildbad.

Zimmer beziehen, Schwester, Mittag essen, Ärztin … das gesamte Aufnahmeprogramm ohne besondere Vorkommnisse.

Einige nette Tischnachbarinnen luden mich ein, zum Abendessen gleich in die nahegelegene Pizzeria mitzukommen. Aber ich fürchte, wenn man sich schon am ersten Tag so verwöhnt, fällt es anschließend umso schwerer, sich mit dem Kantinenessen anzufreunden. Pizza also erst als Belohnungsprinzip in ein paar Tagen.

Irgendwie hatte mein Unterbewusstsein dies offensichtlich ähnlich gesehen: Nach meinem – dank Gästekarte kostenlosen – 35-minütigen Straßenbahnausflug in die nahegelegene „Goldstadt“ Pforzheim und dem Kauf einiger Bücher für meine Chillout-Zeit im Kurpark, vergass ich, mich nach einer Rückfahrt zu erkundigen.

Ergebnis: Rückkehr erst kurz vor sieben, Pizzagruppe bereits weg, Speisessaal so gut wie geschlossen und ich mit zwei Scheiben Brot im Eiltempo versorgt.

Kur-Tour reloaded

Jetzt ist es also wieder soweit:

Nach dem ich Ende letzten Jahres eine Reha-Maßnahme bewilligt bekommen habe, die ich dann zunächst auf das Frühjahr verlegen musste, um in der Zwischenzeit eine schmerzhafte Sportverletzung auszukurieren, läuft nun der Countdown für meine nächste Kur-Tour:

Ab 23. März bin ich als Wiederholungstäter im Bad Wildbad für meine zweite Reha-Maßnahme.

Auf einen Vortrag werde ich dieses Mal wohl verzichten und mich stattdessen ganz um ich selbst zu kümmern. 😉

Auch wenn die Verantwortlichen des Quellenhofs meiner Rückkehr wohl eher mit gemischten Gefühlen entgegensehen sollten: Ich jedenfalls freue mich auch meinen Aufenthalt und das Kennenlernen oder Wiedersehen von netten Menschen.

Wenn kann man denn im Augenblick so antreffen?


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