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Positives Beispiel über den Glauben an sich selbst

Eben lese ich bei MS Gateway einen interessanten Artikel über die kanadische Rockband Billy Talent und erfahre, dass deren Schlagzeuger Aaron Solowoniuk bereits seit über 15 Jahren an MS erkrankt ist. Faszinierend schildert er selbst dabei in einem offenen Brief an seine Fans, wie er mit der Diagnose umging:

Der erste Song auf unserem ersten Album heißt „This Is How It Goes“. Es ist ein Song über einen Freund von Ben, der Multiple Sklerose hat. Heute möchte ich Euch allen sagen, dass ich dieser Freund mit MS bin.

Es war im November 1997, ich hatte gerade einen neuen Job bei DaimlerChrysler angefangen, im Automobilbau der Modelle Intrepid, Concorde und 300M. Ich verdiente mehr Geld und hatte mehr Zeit für Gigs mit meiner Band Pezz. Mehrere Tage, nachdem ich den neuen Job angefangen hatte, spürte ich plötzlich eine merkwürdige Taubheit in den Beinen. Ich konnte nicht länger als fünf Minuten laufen, ohne dass meine Beine so schmerzten, dass ich mich hinsetzen musste. Ich dachte, das käme davon, dass der Job körperlich viel anstrengender war als mein letzter Job.

Nach monatelangen Untersuchungen sagte man mir, dass ich wahrscheinlich MS hätte, aber eine vollständige Diagnose könnte man erst stellen, wenn ich innerhalb der nächsten zwei Jahre weitere Symptome entwickeln würde.

Im November 1998 war die Taubheit in meinen Beinen verschwunden, sie kam jedoch wieder, sobald ich das Genick nach vorne beugte. Außerdem fühlte es sich dann an meinen Füßen immer an, als ob ich einen elektrischen Schlag bekäme. Nur einige Monate später, im Januar 1999, überfiel mich plötzlich ein heftiger Schmerz im linken Auge. Es fühlte sich an, als ob mir ein unsichtbarer Geist einen Boxhieb aufs Auge versetzen würde. Ich ging sofort zum Augenarzt, der mir sagte, es wäre eine optische Neuritis.

Als ich das meinem Neurologen berichtete, erfuhr ich, dass es sich um ein sehr typisches Symptom von MS-Patienten handelte und meine Erkrankung fortschritt. Er verschrieb mir ein Medikament. Ich sollte ab jetzt regelmäßig ein Medikament spritzen – und zwar für den Rest meines Lebens.

Ich stürmte aus der Praxis, ins Treppenhaus, dicht gefolgt von meiner Freundin. Dort weinten wir eine ganze Weile und gingen dann direkt zu meinen Eltern. In dieser schlimmen Zeit war es so ein Glück, meine Freundin, die heute meine Frau und Mutter unserer wundervollen Tochter ist, an meiner Seite zu haben.

Damit klarzukommen, dass ich mir für den Rest meines Lebens Spritzen setzen müsste, war schwer. Nachdem ich damit begonnen hatte, traten mehrere Nebenwirkungen auf. Ich fiel in eine tiefe Depression und begann eine Psychotherapie. Ich hatte das Gefühl, mein ganzes Leben ginge in die Brüche. Es war immer schon mein Traum gewesen, Schlagzeuger in einer Rockband zu sein, aber man hatte mir gesagt, ich sollte es „langsam angehen lassen“. Ich erinnere mich, wie ich in Gedanken „ja, klar“ sagte: keiner meiner Träume hatte sich verwirklicht und jetzt stand ich da und war unheilbar krank.

Die ersten eineinhalb Jahre waren wirklich hart, aber das neue Medikament begann zu wirken. Die MS Society of Canada half mir, gab mir alle nötigen Informationen und Hilfestellungen, um mein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Meine Symptome waren verschwunden, und wenn sie doch einmal wiederkamen, waren es nur kleine Rückschläge.

Wir änderten den Bandnamen von Pezz zu Billy Talent und schrieben weiter Musik. Wir brachten eine EP mit vier Songs heraus und bekamen einen Plattenvertrag. Ich kündigte meinen Job und konzentrierte mich ganz aufs Schlagzeugspielen.

Nachdem wir unser erstes Album aufgenommen hatten, war es Zeit, auf Tour zu gehen. Bei unserer ersten Albumtour ging es fünf Mal durch ganz Kanada, vier Mal durch Amerika, fünf Mal durch Deutschland, vier Mal durch Großbritannien und ein Wochenende nach Japan. Ich traf viele meiner musikalischen Idole und mit einigen von ihnen bin ich inzwischen sogar befreundet.

Ich erzähle euch das alles, um euch zu sagen, dass ich nicht zugelassen habe, dass etwas wie MS mich davon abhält, das zu werden, was ich werden wollte.

Bitte erzähle die Geschichte allen, von denen du glaubst, sie könnte ihnen helfen. Es gibt so viele junge und alte Menschen, die mit irgendeiner Krankheit kämpfen und denken, dass sie nicht gewinnen können. Aber man kann gewinnen, wenn man nur an sich glaubt.

Aaron

Geburtstag ohne Kerzen

Heute ist es einfach wieder an der Zeit. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Nachdem ich mir in diesem Blog seit nunmehr über fünf Monaten eine kreative Auszeit gegönnt habe, weil ich einfach keine Zeit hatte mir anderes wichtiger war, sieht es an diesem Morgen um genau diese Uhrzeit anders aus:

Am 10. Juni habe ich meinen sechsten Geburtstag gefeiert. Dafür, dass ich dieses Datum von Anfang an als einen weiteren Geburtstag ansehe, wurde ich in diesem Blog ja schon an anderer Stelle gerügt. Dabei kann sich wohl jeder MS-Betroffene an den Tag seiner Diagnose nur allzu gut erinnern.

Zugegeben, auch ich hätte mir eine Geburtstagsfeier anders vorgestellt, als nachdem ein paar gute Freunde zum Flammkuchen essen zu Gast waren, um kurz nach 5 Uhr morgens noch in meiner Küche zu sitzen und mein erstes Posting seit Monaten zu texten. Aber das ist vielleicht das Los eines MS-Betroffenen, der eben seinen Geburtstag nicht mit Kerzen und Kuchen, sondern seiner fünften Kortison-Infusion feiert, die einen Nachts nicht schlafen lässt.

Ein weiterer positivier Aspekt meiner Krankheit.

Aber ich habe keinen Grund zu jammern. Mir geht es gut, in wenigen Tagen bin ich mit meinen Lieben auf dem Weg in den Pfingsturlaub an die Ostsee und wollte einfach noch ein paar kleine gesundheitliche Probleme beseitigen.

Nach wie überwältigt mich mein MS-Geburtstag voller Dankbarkeit. Für das was ich habe! Vor allen Dingen Glück – in vielerlei Hinsicht, aber das würde an dieser Stelle jetzt vielleicht zu sentimental.

Jedenfalls habe ich mich entschlossen, anlässlich meines sechsten Geburtages, an dem ich auf eine stabile Gesundheit und einen sehr guten, bisherigen Krankheitsverlauf zurückblicken kann, in den nächsten sechs Monaten etwas von diesem mir beschiedenen Glück weiterzugeben.

Aus diesem Grund werde ich im kommenden halben Jahr kostenlos sechs Vorträge halten, um anderen Betroffenen und Gleichgesinnten Mut zu machen. Der Anlass und der Ort (innerhalb Deutschlands, wenn möglich) sind mir egal. Das geeignete  Thema bringe ich mit. Und auch die Zeit werden wir finden.

Einfach auf dieser Seite an ensprechender Stelle nachsehen und mich über die genannte E-Mail-Adresse kontaktieren, damit wir gemeinsam miteinander besprechen können, ob Ihr Lust an einem meiner Vorträge hättet.

Dann wäre es nämlich zwar immer noch ein Geburtstag ganz ohne Kerzen, aber nicht ohne Geschenk!

Was ist Deine Ausrede?

Wenn das neue Jahr seinen ersten Glanz verloren

und viele Vorsätze längst wieder Schnee von gestern sind:

Was wird Deine Ausrede sein?

Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt,

um zu beginnen, Deine Ziele in die Tat umzusetzen!

Mein Weihnachtgeschenk an alle Leser: Die Geschichte von der Last des Lebens

Ein alter Beduine war krank und zweifelte am Sinn des Lebens.

Eines Tages kam er in einer Oase an einem jungen, noch kleinen Palmenbaum vorbei. Frustriert und deprimiert wie er war, nahm er einen dicken Steinbrocken und legte ihn der jungen Palme mitten auf die Blattkrone und dachte gehässig: „Soll auch sie sehen, wie sie damit fertig wird.“

Die junge Palme versuchte, die Last abzuwerfen. Sie wiegte sich im Wind und schüttelte ihre jungen Wedel. Doch – vergebens.

Also begann sie, tiefer und fester in den Boden zu wachsen, um stärker und kräftiger zu werden. Und wirklich: ihre Wurzeln erreichten neue Wasseradern. Die Kraft des Wassers aus der Tiefe und die der Sonne vom Himmel machten sie zu einer außerordentlich starken Palme, die auch den Stein im Weiterwachsen mittragen konnte.

Nach Jahren kam der alte Beduine wieder, um nach dem Baum zu sehen. Da sah er eine besonders hochragende Palme und in der Krone trug sie den Stein.

Und wie sie sich im Wind neigte, schien sie ihm zu sagen: „Ich muss dir danken! Die Last hat mich über meine Schwäche hinauswachsen lassen.“

Quelle unbekannt

Ein gewaltiges Zitat

Eben habe ich dieses Zitat gefunden:

„Die Erde kennt kein Mittel, ein Leid zu heilen, das vom Himmel kommt.“

ausgesprochen von Teresa von Avila, (1515 – 1582)

Teresa de Jesús, eigentlich Teresa de Cepeda y Ahumada, genannt Teresa die Große, spanische Mystikerin, reformierte den Karmeliterorden, katholische Heilige

Von ihr stammt auch die nachfolgende Geschichte.  Anders, aber auch schön:

Die große Mystikerin Teresa von Avila beklagte sich einmal im Gebet über all die vielen Drangsale und Widerwärtigkeiten, unter denen sie zu leiden hätte.

„So behandele ich meine Freunde“, antwortete ihr der Herr.

Teresa versetzte: „Darum hast Du auch nur so wenige.“

Heute schon gelallt?

Das nenne ich mal gute Nachrichten:

… „gemäßigter Alkoholkonsum“ hat „möglicherweise einen schützenden (neuroprotektiven) Effekt“ auf die MS …

So steht´s geschrieben in einem Artikel belgischer Ärzte, den ich hier gefunden habe.

Vielleicht findet sich ja schon heute abend eine Gelegenheit, auf diesem Weg etwas für die Gesundheit zu tun … 😉

Wie kann man nur seinen Geburtstag vergessen?

Jetzt hätte ich es fast vergessen:

Heute sind es auf den Tag genau 5 Jahre seit meiner Diagnose.

Und inzwischen ist vieles so alltäglich geworden, dass ich der Krankheit an den meisten Tagen (fast) keine Bedeutung mehr beimesse.

„Leicht gesagt“, höre ich schon wieder die Kritikerstimmen, „Dir geht es ja auch gut“.

Das stimmt.

Deshalb freue ich mich umso mehr über meinen „Geburtstag“.

Und das es der fünfte ist, an dem es mir nach wie vor ziemlich gut geht, lässt mich zusätzlich hoffen.


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