Archive for the 'Auf Kur-Tour' Category

Tag 9: Schwarzwald-Panorama

Ein großartiges Erlebnis wurde mir gestern zuteil: Auf meiner Rückfahrt aus dem verlängerten Osterwochenende passierte ich die Schwarzmiss (933 m ü. NN). Im Nordschwarzwald gelegen zwischen Murgtal und Freudenstadt.

Hier die kurze Momentaufnahme eines beeindruckenden Ausblicks:

Tag 2: Blutiger Mittwoch

Jetzt wird es Ernst: Es ist kurz vor sieben Uhr morgens und ich stehe (bzw. sitze) in einer langen Schlange vor dem Schwesternzimmer von Station 5, in dem ein Pfleger darauf wartet, mir Blut abzunehmen, nachdem ich ihn mit einem Becher Urinprobe erfreut habe. Das alles natürlich nüchtern.

Das habe ich jetzt davon.

Wird gar nicht so einfach sein, eine geeignete Einstichstelle zu finden, nachdem mittlerweile beide Armbeugen eine beeindruckende Narbe ziert.

Aber wer will schon derartige medizinisch-unappetitliche Details wissen?

Tag 1: Die Ankunft

Los gehts: An einem herrlichen Frühlingstag machte ich mich auf  den Weg zu meiner zweiten Reha in den Quellenhof.

Nach eineinhalb Stunden durch den wunderschönen Schwarzwald erschien ich diesmal nur geringfügig verspätet in Bad Wildbad.

Zimmer beziehen, Schwester, Mittag essen, Ärztin … das gesamte Aufnahmeprogramm ohne besondere Vorkommnisse.

Einige nette Tischnachbarinnen luden mich ein, zum Abendessen gleich in die nahegelegene Pizzeria mitzukommen. Aber ich fürchte, wenn man sich schon am ersten Tag so verwöhnt, fällt es anschließend umso schwerer, sich mit dem Kantinenessen anzufreunden. Pizza also erst als Belohnungsprinzip in ein paar Tagen.

Irgendwie hatte mein Unterbewusstsein dies offensichtlich ähnlich gesehen: Nach meinem – dank Gästekarte kostenlosen – 35-minütigen Straßenbahnausflug in die nahegelegene „Goldstadt“ Pforzheim und dem Kauf einiger Bücher für meine Chillout-Zeit im Kurpark, vergass ich, mich nach einer Rückfahrt zu erkundigen.

Ergebnis: Rückkehr erst kurz vor sieben, Pizzagruppe bereits weg, Speisessaal so gut wie geschlossen und ich mit zwei Scheiben Brot im Eiltempo versorgt.

Fundstücke auf meiner Camera

Klein, aber oho – Frechdachs Tim beim Angriff auf einen Papparazi im Liegestuhl:

Vorfreude auf Zuhause – Ludger kurz vor der Abreise:

Berüchtigt und gefürchtet – der sagenumwobene Quellenhof-Aufzug:

Stilles Örtchen – ein schöner Platz im Kurpark (und besonders wichtig in Wildbad: mit Überdachung):

Last but not least – aufgrund einer Beschwerde, ich hätte kein schönes Bild von den beiden eingestellt. Bitteschön:

Wildbad-Impressionen

Einer der (seltenen) sonnigen Morgende im Kurpark

Mittags entlang der Enz durch den Kurpark  

und Abends vor dem Aquarium

Time to say goodbye

Es war schön hier!

Ok, es gab ein paar kleine Schönheitsfehler, wie z. B. das Servicepersonal ab 21:30 Uhr, aber im Ganzen betrachtet, war es wirklich einwandfrei!

Deshalb nach drei Wochen „Quellenhof“ meine fast uneingeschränkte (Details zu den „Wermutstropfen“ gerne telefonisch) Empfehlung an alle MS-Betroffenen, die mit dem Gedanken an eine Reha-Maßnahme spielen. Hier seit ihr alles in allem wirklich gut aufgehoben.

Gestern Abend gab es für mich dann noch eine „süße“ Fenchelteebeutelcollage nebst Gedicht von Melanie und Sabine und wir schlugen uns im Anschluß mit Bitter Lemon und reichlich Gekicher bis 23:30 Uhr in der Empfangshalle durch (ich weiß noch gar nicht, was ich ab morgen an meinen Abenden anstellen soll).

Inzwischen sind die Koffer gepackt (und im Gegensatz zu manchem Urlaub brauche ich nicht mehr als bei meiner Anreise) und gegen 10 Uhr geht es nach einem letzten Frühstück gefolgt von ausgiebiger Verabschiedung auf meine etwa 90-minütige Heimreise.

Zu meiner Freude soll das Wetter dann auch wieder in gewohnte Wildbad-Temparaturen umschlagen.

Alles andere als rosige Aussichten für die verbleibenden Patienten, würde ich sagen …

Der Abschied naht

Ich gebe zu, inzwischen gibt es auch ein weinendes Auge, wenn ich an morgen denke.

Zu viele tolle Menschen habe ich hier kennen gelernt:

Bei Frau Dr. Meissner mein Herz ausgeschüttet, bei Herrn Blessing Kunst geschnuppert, bei Herrn Dr. Flachenecker Konzepte erarbeitet , bei Frau Krusche geschwitzt, bei Frau Seidel gegrinst, beim einen Italiener Pizza und beim anderen Eis gegessen, bei Schwester Dawn Medikamente geholt, bei Herrn Seitz Geschäftsideen entwickelt, bei Herrn Becker gesurft, bei Herrn Lux entspannt, bei Frau Bucher zugehört, bei Frau Annuth inhalliert, bei Frau Kollie geübt, bei Frau Koenigs Impulse erhalten …

Mit Tim Fussball gespielt, mit Sabine Wasser getreten, mit Walli getrunken, mit Emel gefeiert, mit Steffi geblödelt, mit Moritz gestrahlt, mit Ulrike philosophiert, mit Melanie geweint, mit Ludger diskutiert, mit Dieter gequatscht, mit Lena spaziert, mit Jürgen gewartet, mit Barbara gefachsimpelt, mit Josef gespielt, mit Doris gefreut …

Und um es mir noch schwerer zu machen, strahlt die Sonne seit drei Tagen von Stunde zu Stunde stärker, so als kenne sie in Bad Wildbad gar nichts anderes.

Aber es hilft alles nichts: Meine letzten 24 Stunden sind bereits angelaufen.


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