Archiv für Juli 2007

Die Suche nach Edelsteinen

In Südafrika gräbt man nach Diamanten. Tonnen von Erdreich werden bewegt, um einen kleinen Kiesel zu finden, der nicht einmal so groß ist wie der Nagel des kleinen Fingers. Die Grubenarbeiter achten nur auf die Diamanten, nicht auf das Erdreich. Sie sind bereit, diese Riesenmenge Erdreich zu bewegen, um die Edelsteine zu finden.

Im Alltagsleben vergessen die Menschen dieses Prinzip und werden zu Pessimisten, weil es mehr Erdreich als Diamanten gibt. Wenn Schwierigkeiten auftauchen, lass dir von den negativen Werten keine Angst einjagen. Suche nach den positiven Werten und grabe sie aus. Sie sind so wertvoll, dass es nichts ausmacht, wenn du viele Tonnen Erdreich wegräumen musst.

Quelle: R. J. Ringer – aus „Werde Nr .1 – Du bist Dir selbst der Nächste!“

Ein tolles Forum

wurde mir von Steffi empfohlen und ich gebe diesen Tipp gerne weiter:

Nici-Sophie aus der Schweiz hat aus ihrer einst privaten Homepage eines der größten deutschsprachigen MS-Foren gemacht:

Igelis MS-Forum

Vor allem in Forum und Newsletter finden sich wirklich tolle Beiträge. Eben habe ich z. B. eine besonders wert-volle Diskussion zum Thema „MS und Liebe“ gelesen. Und obwohl ich sonst mit Empfehlungen an dieser Stelle eher sparsam umgehe, habe ich mich in diesem Fall spontan entschieden, Euch diese Ressource nicht vorzuenthalten.

Also unbedingt reinschauen und registrieren …

Ein Stück des Weges

Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes vor dir.

Wenn Du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht, um aufzugeben.

Augustinus Aurelius

 

Wildbad-Impressionen

Einer der (seltenen) sonnigen Morgende im Kurpark

Mittags entlang der Enz durch den Kurpark  

und Abends vor dem Aquarium

Time to say goodbye

Es war schön hier!

Ok, es gab ein paar kleine Schönheitsfehler, wie z. B. das Servicepersonal ab 21:30 Uhr, aber im Ganzen betrachtet, war es wirklich einwandfrei!

Deshalb nach drei Wochen „Quellenhof“ meine fast uneingeschränkte (Details zu den „Wermutstropfen“ gerne telefonisch) Empfehlung an alle MS-Betroffenen, die mit dem Gedanken an eine Reha-Maßnahme spielen. Hier seit ihr alles in allem wirklich gut aufgehoben.

Gestern Abend gab es für mich dann noch eine „süße“ Fenchelteebeutelcollage nebst Gedicht von Melanie und Sabine und wir schlugen uns im Anschluß mit Bitter Lemon und reichlich Gekicher bis 23:30 Uhr in der Empfangshalle durch (ich weiß noch gar nicht, was ich ab morgen an meinen Abenden anstellen soll).

Inzwischen sind die Koffer gepackt (und im Gegensatz zu manchem Urlaub brauche ich nicht mehr als bei meiner Anreise) und gegen 10 Uhr geht es nach einem letzten Frühstück gefolgt von ausgiebiger Verabschiedung auf meine etwa 90-minütige Heimreise.

Zu meiner Freude soll das Wetter dann auch wieder in gewohnte Wildbad-Temparaturen umschlagen.

Alles andere als rosige Aussichten für die verbleibenden Patienten, würde ich sagen …

Der Abschied naht

Ich gebe zu, inzwischen gibt es auch ein weinendes Auge, wenn ich an morgen denke.

Zu viele tolle Menschen habe ich hier kennen gelernt:

Bei Frau Dr. Meissner mein Herz ausgeschüttet, bei Herrn Blessing Kunst geschnuppert, bei Herrn Dr. Flachenecker Konzepte erarbeitet , bei Frau Krusche geschwitzt, bei Frau Seidel gegrinst, beim einen Italiener Pizza und beim anderen Eis gegessen, bei Schwester Dawn Medikamente geholt, bei Herrn Seitz Geschäftsideen entwickelt, bei Herrn Becker gesurft, bei Herrn Lux entspannt, bei Frau Bucher zugehört, bei Frau Annuth inhalliert, bei Frau Kollie geübt, bei Frau Koenigs Impulse erhalten …

Mit Tim Fussball gespielt, mit Sabine Wasser getreten, mit Walli getrunken, mit Emel gefeiert, mit Steffi geblödelt, mit Moritz gestrahlt, mit Ulrike philosophiert, mit Melanie geweint, mit Ludger diskutiert, mit Dieter gequatscht, mit Lena spaziert, mit Jürgen gewartet, mit Barbara gefachsimpelt, mit Josef gespielt, mit Doris gefreut …

Und um es mir noch schwerer zu machen, strahlt die Sonne seit drei Tagen von Stunde zu Stunde stärker, so als kenne sie in Bad Wildbad gar nichts anderes.

Aber es hilft alles nichts: Meine letzten 24 Stunden sind bereits angelaufen.

Kunsttherapie und Phase 10

Nun gut, hier ist es – das Ergebnis meiner Kunsttherapie:

Kunsttherapie

Melanie meinte zwar, ich müsse mit einer mindestens dreiwöchigen zwangsweisen Verlängerung meines Aufenthaltes rechnen, wenn ich jemandem das Bild zeige, aber ich finde es eigentlich ziemlich gelungem.

Nachdem die Idee fast drei Wochen zum Reifen brauchte, war die Realisierung heute in nur 45 Minuten erledigt (abgesehen von der aufwendigen Grundierung). Nach dem Besuch eines Taufgottesdienstes war ich irgendwie inspiriert …

Hier sehen wir die Feierabend-Kunstkritikerin als eine von zwei renitenten Quellenhof-Patientinnen, die ein aus diversen Mutter-Kind-Kuren überliefertes Kartenspiel namens „Phase 10“ im Aufenthaltsbereich des fünften Stocks bis in die frühen Morgenstunden (daher die schlechten Lichtverhältnisse) zelebrieren und dadurch ernsthaft an ihrem Reha-Erfolg interessierte Menschen wie mich um ihren wohlverdienten Schlaf bringen.

Nachtrag zum Vortrag

Es waren dreizehn Teilnehmer, darunter der Klinikleiter Dr. Flachenecker sowie die leitende Psychologin Dr. Meissner, die sich in Raum C28 einfanden, um meinen Ausführungen bei Wildbad-untypischen + 30 Grad zu lauschen. Etwa 70 Minuten hatte ich Gelegenheit, einige Werkzeuge vorzustellen, die mir bei der Bewältigung meiner Krankheit geholfen haben. Das Urteil der Patienten war einhellig positiv.

Heute gab es dann das Feedback der Profis:

„Viel Selbsthilfe aber nur wenig MS-Bezug“ war dabei einer der Kritikpunkte.

???

Dabei hatte ich in meiner kurzfristig realisierten Veranstaltung ganz bewusst auf diesen Bezug weitestgehend verzichtet, drehen sich doch sämtliche sonst angebotenen Vorträge ausschließlich um diesen Themenkreis.

Dennoch stand am Ende für alle Beteiligten das positive Fazit, dass die Idee durchaus ausbaufähig sei und auch für die Amsel eine Berreicherung darstellen könne.

Zurück zuhause werde ich mir nun den weiteren Verlauf überlegen und mit den entsprechenden Stellen besprechen.

Einstweilen tröste ich mich mit der Erkenntnis, dass alle Teilnehmer aus den Reihen der Patienten mindestens einen sofort umsetzbaren hilfreichen Tipp mit nach Hause nehmen konnten. Was will ich mehr?

Kleines Curiosum am Rande: Zufällig (!) erhielten die vier Teilnehmer der Krankheitbewältigungsgruppe heute morgen die Kopie der Abwandlung eines Gedichtes, das ich in ähnlicher Form in meinem Vortrag präsentiert hatte.  🙂

Pizza vs. Vollkornbrot

Die letzten beiden Tage habe ich nur unter stärkstem Drogeneinfluss überstanden: Gripostad und Globoli lauteten die Mittel meiner Wahl. Nur für Fencheltee ging es mir noch nicht schlecht genug …

Aber nachdem nun der Schnupfen halbwegs überstanden ist, haben wir uns entschieden, einen Abend beim Italiener im Kurpark dem gewohnten Buffet vorzuziehen. Die Nummer 110 mit zusäzlich Peperoni und Knoblauch war allerdings verdammt scharf. Am Ende waren wir dann so viele Quellenhof-Patienten, dass beim heimischen Abendessen mächtig viel übrig geblieben sein muss, was wir dann wahrscheinlich morgen vorgesetzt bekommen.

Was an dem Abend allerdings besonders schön war, ist die Tatsache, das einige Menschen, die ich hier kennen gelernt habe, zur Abwechlsung mal Tränen vor Lachen in den Augen hatten.

Aber der Reihe nach: Das Gespräch mit Herrn Dr. Flachenecker verlief überraschend positiv und endete mit der Übereinkunft, dass ich morgen um 15:30 Uhr einen Vortrag zum Thema „Selbstmotivation“ halte. Ich bin froh, dass er ein Mann mit Weitsicht und Größe ist und das kleine Missgeschick mit dem Beamer nicht unnötig dramatisierte. Einziger Wermutstropfen: Nun sitzen der Chef selbst einschließlich seiner leitenden Pysychologin im Publikum. Das macht natürlich doch etwas Bauchschmerzen. Die sich allerdings lohnen, denn wie es der „Zufall“ will, liegt mein Vortragstermin genau parallel zur Kunsttherapie. Aber was soll man machen? Da musste ich natürlich Prioritäten setzen …

Jubiläum

Dienstag, 10. Juli 2007

11:34 Uhr – Wochenprotokoll:

Das Protokoll fällt dieser Tage naturgemäß etwas kürzer aus, da ich ja bekanntlich zur Reha-Maßnahme in Bad Wildbad weile.

Was aber nicht Untätigkeit, sondern Zeit für einige auf der Strecke gebliebenen Arbeiten bedeutet (der extra bestellte Fernseher ist eigentlich überflüssig).

Zum Beispiel habe ich gerade die Übersicht über einen Impuls-Vortrag fertig gestellt, die ich dann ab kommenden Monat an Amsel-Landesverbände und einige Kur- und Rehakliniken versenden werde.

Der Rest meiner Arbeiten werde ich wohl ebenfalls erst in den kommenden Wochen zurück im Büro ferig stellen können.

Dazwischen kam eine kurze Schreckensmeldung: In Deutschland gibt es ab der kommenden Saison kein Football mehr zu sehen. Die amerikanische Muttergesellschaft hat kurzerhand den europäischen Betrieb eingestellt. 😦 Dabei hatte ich extra versucht, meine Seminartermine so zu legen, dass sie möglichst nicht mit eventuellen Heimspielen kollidieren.

Weit positiver fällt dagegen die Meldung aus, dass ich heute das erste Jubiläum feiern:

* tatatata * (Fanfarenklänge)

Das Blog ist seit einem Monat online. Mittlerweile kann ich mehr als 1.500 Besucher zählen, was mich nach nur 30 Tagen natürlich sehr freut.

Ein herzliches

Dankeschön

an dieser Stelle allen Besuchern, die das Blog besucht oder sogar verlinkt bzw. weiterempfohlen haben!


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